Wichtige Krankheiten des Nervensystems
Schlaganfall
Synonyme: zerebraler Insult, apoplektischer Insult, Gehirnschlag, Apoplex, Insult
Als Schlaganfall wird eine plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns bezeichnet, die zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralen Nervensystems führt und durch kritische Störungen der Blutversorgung des Gehirns verursacht wird.
Dem Schlaganfall liegt ein plötzlicher Mangel der Nervenzellen an Sauerstoff und anderen Substraten zu Grunde. Grob unterscheiden lassen sich die plötzlich auftretende Minderdurchblutung (Primär ischämischer Hirninfarkt) und die akute Hirnblutung, die jedoch sekundär auf Grund ihrer raumfordernden Wirkung bzw. auf Grund des Fehlens des Blutes in nachgeordneten Regionen ebenfalls zu einer Ischämie führt. Die Unterscheidung zwischen Minderdurchblutung und Blutung ist erst durch bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sicher möglich, wobei in den ersten Stunden beide Bildgebungsmethoden insbesondere beim primär ischämischen Hirninfarkt noch unauffällig sein können. Die Verdachtsdiagnose einer Subarachnoidalblutung, welche in Folge einer geplatzten Arterie (z.B. auf Grund eines Aneurysmas) entsteht, kann insbesondere bei nur milder Symptomtatik (z.B. alleinige Kopfschmerzen) durch den Nachweis von Blutbestandteilen im Nervenwasser bei der Lumbalpunktion bestätigt werden.
Kürzer als 24 Stunden andauernde Minderdurchblutungen ohne sichtbare Folgen werden als Transitorische ischämische Attacke (TIA) bezeichnet. Typischerweise dauern diese einige wenige Minuten und können rezidivieren (erneut auftreten). Der Begriff (Prolongiertes) reversibles ischämisches neurologisches Defizit (RIND/PRIND) für länger als 24 Stunden, aber kürzer als drei Wochen anhaltende Befunde soll nach den aktuellen Leitlinien nicht mehr angewendet werden, da dies bereits einem manifesten Schlaganfall entspricht.
Schlaganfall-Symptome
Als Zeichen eines Schlaganfalles können gleichzeitig mehrere Symptome je
nach Schweregrad auftreten:
- Plötzliche Sehstörung auf einem oder beiden Augen (evtl. einseitige
Pupillenerweiterung) beziehungsweise Gesichtsfeldausfall
- Schwindel, plötzliche Gangstörung, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörung
- Plötzliche Doppelbilder
- Plötzliches und anhaltendes Taubheitsgefühl im Arm oder Bein
- Plötzliche Lähmung oder Schwäche im Gesicht, evtl. auch an
Arm oder Bein, insbesondere auf einer Körperhälfte (auch: Parese,
Erschlaffen)
- Plötzliche Verwirrung, Sprach-, Schrift- oder Verständnisstörung
- Plötzlich stärkster Kopfschmerz ohne zu erkennende Ursache (RR-Kontrolle
auf RR-Anstieg)
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